
- spezifische Typenbezeichnungen
Bier ist nicht gleich Bier. Es kann nach verschiedenen Kriterien unterschieden werden, nach der Gärungsmethode in untergäriges und obergäriges Bier, nach den verwendeten Rohstoffen (z.B. Weizenbier) oder nach dem Geschmack (z.B. Pils).
Das Unterscheidungsmerkmal des österreichischen
Lebensmittelbuches ist die Stammwürze. Es handelt sich dabei um eine Kennziffer
für die wertvollen Bestandteile in der unvergorenen Bierwürze, wie sie das
Sudhaus der Brauerei verlässt.
Ein Grad Stammwürze bedeutet, dass in 100 Gramm unvergorener Würze ein Gramm
Extrakt - die gelösten Stoffe aus Malz und Hopfen - enthalten ist. Dieser
Extrakt enthält hauptsächlich den Malzzucker (Maltose), Eiweißstoffe,
Vitamine, Spurenelemente sowie die Bitter- und Aromastoffe des Hopfens.
Der Stammwürzegehalt darf daher nicht mit dem Alkoholgehalt des Biers
verwechselt werden. Der Alkoholgehalt läßt sich nach der Faustformel
"Stammwürze dividiert durch 3" abschätzen.
Das österreichische Lebensmittelbuch, der Codex Alimentarius Austriacus,
benennt für typisch österreichische Biere aber auch Unterschiede, wie z.B.
| SCHANKBIER | ist ein Bier mit einer Stammwürze zwischen 9° und 11°. |
| VOLLBIER | ist jedes Bier, das mind. 11° Stammwürze hat. Als Vollbier wird es meistens nur dann deklariert, wenn es nicht einem bestimmten Biertyp zuzuordnen ist. Das trifft vor allem für jene in Österreich verbreiteten "Premium"-Biere zu, die etwa 12,5° Stammwürze haben, aber von der Charakteristik kein Märzen-, Pils- oder Weizenbier sind. |
| BOCKBIER | ist ein vorwiegend zur Saison, ursprünglich den Fastenzeiten des Kirchenjahres, gebrautes und sehr lange gereiftes Starkbier mit einer Stammwürze von mindestens 16 °. Es ist bernsteinfarben, ausgeprägt vollmundig, würzig und fein gehopft. Für Biere mit mehr als 18 ° Stammwürze ist auch die Bezeichnung "Doppelbock" gebräuchlich, ebenso gibt es saisonale Bezeichnungen. |
| LEICHTBIER | ist sehr hell und hat maximal 3,7 Volumsprozent Alkohol. Es hat daher auch weniger Kalorien und Alkohol. Leichtbier schmeckt am besten stark gekühlt. |
| ALKOHOLFREIES | hat nicht mehr als 0,5 Vol. % Alkohol. Es schmeckt am besten gut gekühlt. Für Alkoholfreies Bier wird - wie für Bier - im Sudhaus Bierwürze gebraut, es wird aber entweder ohne Gärung gereift oder es wird dem fertigen Bier der Alkohol wieder entzogen. |
| LAGER-/ MÄRZENBIER |
ist die österreichische Bezeichnung für das landestypische, hellgelbe untergärige Vollbier. Es hat mind. 11° Stammwürze, ist ausgewogen malzig und mild hopfenbitter. |
| PILSBIER | zeichnet sich durch sein intensives Hopfenaroma aus. Es ist hellfarbig, erfrischend, weniger malzig und liegt in der Stammwürze bei mind. 11°. |
| SPEZIALBIER | ist mind. 12,5° Stammwürze stark. Spezialbier ist ein kräftiges, ausgewogen würziges, fein gehopftes, meist hellgelbes Vollbier. |
| WEIZENBIER | ist das gängigste obergärige Bier in Österreich mit einer Stammwürze üblicherweise von 11° bis 13° und 4,5 bis 5,5 Volumsprozent Alkohol (andere vereinzelt gebraute obergärige Sorten sind Alt oder Stout). Das für Weizenbier verwendete Malz muß zumindest zu 50 % aus Weizen hergestellt werden. Weizenbiere sind erfrischend spritzig und kohlensäurereich, aber wenig bitter, weil sie schwächer gehopft sind. Ihre Farbe reicht von sehr hell bis schwarz, wobei dunkle Weizenbiere meist hefetrüb angeboten werden. |
| ZWICKEL/ KELLERBIER |
ist ein sehr vollmundiges Bier. Es ist unfiltriert und ist daher trüb aufgrund der enthaltenen Hefe und Eiweißstoffe. |
| DUNKLES BIER | ist vollmundig und schwach gehopft; |
Obergärig oder Untergärig?
Ein kleiner Unterschied zeigt große Wirkung. Auf die Hefe kommt
es an! Die nämlich verwandelt den Malzzucker der Würze in Alkohol
und Kohlensäure.
Um gleich bleibende Qualität zu bekommen, verwenden die Brauer
Reinzuchthefe, die sortenrein aus einer einzigen Hefezelle herangezüchtet
wird. Man unterscheidet dabei untergärige und obergärige Heferassen.
Obergärige Hefe verrichtet ihre Arbeit die Temperaturen zwischen 15
und 20 Grad und steigt nach der Gärung an die Oberfläche des
Jungbieres. Mit dieser Hefe werden u.a. Weizenbiere, Alt und Kölsch
gebraut. Untergärige Hefe benötigt Temperaturen zwischen 4 und
9 Grad. Sie setzt sich nach der Gärung am Boden des Gärtanks
ab. Mit dieser Hefe werden Biere wie z.B. Pilsener, Export oder Märzen
hergestellt.
Stammwürze
Stammwürze ist der Gehalt an Extrakt in der Würze vor der
Gärung. Dabei besteht der Extrakt aus gelösten Inhaltsstoffen
von Hopfen und Malz (z.B. Maltose, Dextrine, Hopfenöle). Die Stammwürze
wird im Sudhaus vor dem so genannten Ausschlagen bestimmt.
Der Alkoholgehalt von Bier
Ausgehend von der Stammwürze, also beim Export Bier beispielsweise 12 %, vergärt die Hefe etwas mehr als ein Drittel davon zu Alkohol, so daß im fertigen Export Bier etwa 5 % Vol. Alkohol enthalten sind. Der Alkoholgehalt schwankt von 2,5 % Vol. beim Leichtbier bis etwa 7,5 % Vol. beim Doppelbock. Bier ist das alkoholhaltige Getränk mit dem geringsten Alkoholgehalt.
Export
Der Name Export Bier kommt aus dem Biersteuerrecht; er bezeichnet ein
Bier mit einer Stammwürze von mindestens 12 %. Damit unterscheidet
man von Vollbier (mindestens 11 % Stammwürze) oder Bockbier (mindestens
16 % Stammwürze). Ursprünglich kommt der Name "Export" tatsächlich
vom Export in ferne Länder; um dem Bier für den langen Weg mehr
Haltbarkeit mitzugeben, wurden sie stärker als die normalen Vollbiere
eingebraut.
Wie viel Kalorien hat Bier?
Bier ist ein vergleichsweise kalorienarmes Getränk. 100 g enthalten
45 Kalorien, ein halber Liter Bier also 225 Kalorien. Nur Mineralswasser,
Kaffee und Tee ohne Milch und Zucker, Mager- und Buttermilch sind kalorienärmer
als Bier.
Wie lange dauert es, bis Bier fertig ist?
Man braut das Bier in drei große Schritten: Im Sudhaus mischen
wir Wasser und Malz, so daß die wertvollen Bestandteile des Malzes
in Lösung gehen; die entstandene Würze wird zusammen mit dem
Hopfen gekocht. Dieser Vorgang dauert etwa acht Stunden. Bei der Hauptgärung
vergärt die Hefe den Malzzucker zu Alkohol und Kohlensäure. Die
Untergärung nimmt etwa acht Tage in Anspruch. Im Lagerkeller lässt
man das Bier je nach Biersorte sechs bis acht Wochen ruhen und reifen.
Dann ist das Bier fertig zum Trinken - um so frischer desto besser!